In den letzten Januartagen gab es vergleichsweise gute Niederschlagsmengen im Bereich
des Landkreises Waldeck-Frankenberg, zum großen Teil in Form von Schneefällen. Das
Waldecker Land erlebt einen der besten Winter der letzten Jahre. In Kürze ist Tauwetter
vorhergesagt und die angesammelten Schneemengen werden in die Oberflächengewässer
abfließen. Landrat Dr. Reinhard Kubat sieht darin eine Chance, das Defizit insbesondere
beim Wasserstand des Edersees auszugleichen und mit einem gut gefüllten See in die
Frühjahrs- und Sommersaison zu gehen.
„Üblicherweise war es so, dass der See in Zeiten der Schneeschmelze vor allem die Funktion der Hochwasserregulierung hatte“, so der Landrat. „Das ist in diesem Jahr anders,
denn wir müssen uns derzeit mit den Folgen von drei heißen und niederschlagsarmen Jahren auseinandersetzen“. In den ersten Januartagen lag der Füllstand von Hessens größtem
Stausee rund 50 Millionen Kubikmeter unter dem durchschnittlichen Jahresmittelwert.
Dies sei besorgniserregend, meint Kubat. Durch die Schneefälle der vergangenen Wochen
sei jedoch die Chance gegeben, dieses Defizit zumindest in Teilen wieder auszugleichen.
Voraussetzung sei eine verantwortungsvolle und zielgerichtete Bewirtschaftung. Dies bedeute, dass die Ablassmenge auf ein dringend notwendiges Minimum begrenzt werden
müsse.
„Die Verantwortlichen, insbesondere beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Hann-Münden
müssen auch die Interessen der Edersee-Region stärker in ihre Überlegungen einbinden“,
fordert der Landrat. Der gesamte Bereich lebe vor allem vom Tourismus und habe bereits
im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie erhebliche Verluste tragen müssen.
Zwar könne man die Situation in den Sommermonaten nicht vorhersagen, aber durch die
nun angelaufene Impfung bestehe zumindest die Chance, dass bei der Tourismusbranche
und der Gastronomie rund um den See in der zweiten Jahreshälfte eine wenigstens ansatzweise normale Geschäftslage eintreten könnte. Diese Perspektive müsse in jedem Fall gewahrt werden.

Derzeit weist der See eine Füllmenge von knapp 92 Millionen Kubikmeter auf, das entspreche rund 46 Prozent des Vollstaus (199,55 Kubikmeter). Der Landrat appelliert an alle Verantwortlichen, den aktuellen Ablauf von vier Kubikmeter pro Sekunde beizubehalten, dies
entspreche der Mindestablaufmenge. Der Wasserstand der Weser müsse derzeit nicht gestützt werden „Die Ederseeregion hat unter den trockenen Sommern der letzten drei Jahre
sowie unter den durch die Coronakrise bedingten Beschränkungen extrem zu leiden gehabt; Nun ist es an der Zeit, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die ihre Existenz auf
Tourismus und Gastronomie aufgebaut haben“. Die Chance, die die zu erwartende
Schneeschmelz biete, müsse unbedingt im Sinne der Region genutzt werden.