Der Lockdown stellt eine Herausforderung für uns alle dar. Jeder erlebt die aktuellen Einschränkungen auf seine ganz eigene Weise. „Die Situation ist für uns alle neu und ungewohnt und wir müssen unsere Strategien entwickeln, ohne ein Vorbild oder Handlungsmuster zu haben“, betonen Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Karl
Frese. „Natürlich wäre es schön, wenn man jetzt eine Blaupause hätte, an der man sich orientieren kann, aber wir müssen unsere Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen und bereit sein, gegebenenfalls auch zu ändern oder nachzusteuern“.
Jeder erlebe den Lockdown quasi doppelt, zum einen im persönlichen Bereich, zum anderen im Beruf. Für die Politik komme es derzeit darauf an, den richtigen Blickwinkel im
Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung zu finden. Man sei sich bewusst, dass Einzelhandel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen derzeit unter einem enormen Existenzdruck
stünden, ebenso wie der gesamte Bereich der Kultur sowie viele Dienstleister. Staatliche
Hilfen seien zwar ein guter Ansatz, aber sie könnten auf Dauer nicht den normalen Alltagsbetrieb ersetzten, von dem man hoffe, dass er so schnell wie möglich wiederaufgenommen werden könne. „Wir sind zuversichtlich, dass der nun bis Mitte Februar verlängerte
Lockdown mit seinen Beschränkungen dazu beiträgt, baldmöglichst wieder zu mehr Normalität zurückkehren zu können“, so Landrat und Erster Kreisbeigeordneter. Die Entwicklung der Infektionszahlen sowie des Inzidenzwertes gäben zumindest Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Besonderes Augenmerk richtet die Kreisspitze derzeit vor allem auf die Kitas und Schulen,
denn trotz partieller Aufhebung der Schul- und Präsenzpflicht und individualisierter Unterrichtsformen müsse gewährleistet sein, dass Kinder und Jugendliche keinen Bruch in ihren
Ausbildungsgängen hinnehmen müssen. Dies zu gewährleisten, sei eine der größten Herausforderungen im Rahmen der Pandemie und es gebe durchaus Defizite, die der Kreis als

Schulträger zwar nicht zu verantworten habe, um deren Behebung er sich dennoch kümmere. Dabei gehe es vor allem um das Stichwort Digitalisierung der Schulen.
„Leider haben die großen Anbieter im ländlichen Raum hauptsächlich dort investiert, wo
entsprechende Gewinnmargen zu erwarten waren“, stellte der Landrat klar. „Um die restlichen Gebiete adäquat mit schnellem Internet zu versorgen, haben wir mit der Breitband
Nordhessen eine der größten europäischen Infrastrukturinitiativen im kommunalen Bereich auf den Weg gebracht“. Auch die Digitalisierung der Schulen in Waldeck-Frankenberg
habe der Kreis insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie intensiv vorangebracht,
jedenfalls dort, wo es für ihn möglich war.
Die Breitbandversorgung konnte 2020 für 37 Schulstandorte zum Teil deutlich verbessert
werden, und zwar bis zu 1 Gigabit im Download. Als ein signifikantes Beispiel unter vielen
nannte der Landrat den Anschluss der Kaulbachschule in Bad Arolsen. Dieser wurde im November 2020 von 50 Mbit/s auf 2×400/40 Mbit/s aufgestockt, was zu einer ganz spürbaren
Verbesserung geführt hat. Gleichzeitig ist sie eine der ersten Schulen im Landkreis, die ab
kommendem Montag flächendeckend WLAN zur Verfügung hat. Lediglich der Pavillon I mit
3 Klassen auf dem Schulgelände musste infrastrukturell komplett neu erschlossen und
ausgestattet werden. Diese Arbeiten werden kommenden Montag, 25. Januar 2021, abgeschlossen.
Im Jahr 2021 werden die restlichen 32 Schulstandorte eine Verbesserung ihrer Breitbandanbindung erhalten, davon bereits 19 Schulstandorte mit einer Glasfaseranbindung. Bis
zum Ende der Sommerferien am 1. September 2021 sollen darüber hinaus alle Schulstandorte über ein flächendeckendes WLAN-Netz auf dem Schulgelände verfügen. Gut 1.750 Accesspoints, die das WLAN ausstrahlen, werden dann von 10 heimischen Handwerksbetrieben eingebaut und mit entsprechenden Netzwerkkabeln verbunden. Die Schul-IT der
Kreisverwaltung wird diese Netzwerke anschließend mit Servertechnologie ausstatten, aktivieren und betreuen.
Für die Ausstattung der Lehrer mit Laptops bzw. Tablet-Computern ist der Landkreis nicht
zuständig, sondern das Land Hessen. Im Rahmen der inneren Schulverwaltung trägt der

Landkreis Sorge für die Ausstattung der Klassen- und Fachräume und die Schulsekretariate.
Im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms des Bundes und des Landes wurden bedürftige Schülerinnen und Schüler mit Endgeräten für das Homeoffice ausgestattet. Hier
wurden insgesamt rund 1.500 Geräte angeschafft und über die Schulen in zwei Auslieferungen verteilt. Die zweite Lieferung ist gerade erst in allen Schulen angekommen und
wird ab sofort an die betroffenen Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Damit wurden
alle zur Verfügung gestellten Mittel seitens des Landkreises abgerufen.
„Wir sind bemüht, in allen Schulen die Voraussetzungen zu schaffen, um bei Bedarf auch
einen umfassenden digitalisierten Unterricht zu ermöglichen“, versichern der Landrat und
der Erste Kreisbeigeordnete. Natürlich sei man an einigen Standorten noch vom Optimum
entfernt, aber das rechtfertige nicht, die Situation insgesamt schlechtzureden. Von vielen
Schulen habe man bereits sehr positive Rückmeldungen erhalten.
„Vor der Krise befanden wir uns in einer Übergangsphase zu einer neuen Technologie an
den Schulen, dieser Prozess hat durch die Pandemie und den Lockdown nochmals entscheidende Impulse erhalten und ist deutlich beschleunigt worden“, so die beiden Dezernenten. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit dem Bund und dem Land, das für den Betrieb der Schulen zuständig ist, schnellstmöglich die Zukunftstechnologien in allen Schulen umfänglich verfügbar zu haben“.