Im Vorbeugenden Brandschutz steht für den Landkreis Waldeck-Frankenberg die Sicherheit
an erster Stelle – auch wenn die personelle Situation noch nicht ausreichend ist und der
Landkreis daher seit Jahren um Personal ringt. Momentan können nicht alle Kontrollen
stattfinden, die vorgeschrieben sind. Daher werden Objekte wie Kitas, Kliniken oder Altenund Pflegeheime sowie Hotels und Beherbergungsbetriebe bei den Kontrollen derzeit bevorzugt behandelt – und eher kontrolliert, als beispielsweise Lagerhallen oder Betriebsgebäude.
„Wir wissen, dass wir derzeit die Kontrollen nicht in ausreichendem Maß umsetzen können“,
sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Gerade im vergangenen Jahr habe die
Corona-Pandemie die Kontrollzahlen zusätzlich beeinflusst. „Daher legen wir den Fokus aktuell auf Einrichtungen, in denen beispielsweise im Brandfall eine hohe Gefahr für Menschenleben ausgeht.“ Qualität stehe hier vor Quantität: Natürlich könne man an einem Tag in zehn
Objekten prüfen, ob der Feuerlöscher an Ort und Stelle hängt, damit die Kontrollzahlen auf
dem Papier stimmen. „Wir möchten aber echte Sicherheit produzieren – und nicht nur
nackte Zahlen für die Statistik.“
Daher konzentriere man sich derzeit bei der Gefahrenverhütungsschau auf Einrichtungen, in
denen die Gefahr beispielsweise für Kinder, Senioren oder erkrankte Menschen im Katastrophenfall im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein könne. So dauerten die Kontrollen zum
Beispiel in großen Lagerhallen nur wenige Stunden, in einem Krankenhaus – inklusive der
Vor- und Nachbereitung – jedoch mehrere Wochen. „Die reine Anzahl der Kontrollen sagt
nichts über den tatsächlichen Umfang und deren Qualität aus.“
Die Anzahl der Kontrollen war in der vergangenen Woche jedoch öffentlich von der Kreistagsfraktion der Freien Wähler kritisiert worden. Dass die Freien Wähler mit Uwe Steuber und
Heinfried Horsel an der Spitze die seit langem bekannte Situation pünktlich zur Kommunalwahl erkennen, davon zeigt sich der Erste Kreisbeigeordnete wenig überrascht. „Dass die
Freien Wähler hier jedoch mit der Angst von Menschen spielen, um sich auf der politischen
Bühne zu profilieren, ist eine schäbige Art des Wahlkampfes. „Und es passt ganz und gar

nicht in die sonstige politische Argumentation der Freien Wählen, die stets über zu hohe Personalkosten bei der Kreisverwaltung lamentieren.“ Überdies werde unbeachtet gelassen,
dass gerade im Bereich des produzierenden Gewerbes, von Handwerk und Landwirtschaft
zum Beispiel mit den Berufsgenossenschaften auch andere Körperschaften des öffentlichen
Rechts Überprüfungen durchführten und die betriebliche Eigenüberwachung ebenfalls ihren
Stellenwert habe.
Der Landkreis konzentriere sich indes lieber auf die Lösung des Problems – und arbeite mit
Hochdruck daran, mehr Fachkräfte für die Gefahrenverhütungsschauen zu gewinnen. Eine
bereits im Haushalt 2018 geschaffene Stelle konnte nach dreimaliger Ausschreibung erst
zum Februar 2020 besetzt werden. „Das zeigt, wie rar adäquates Personal in dem Bereich
ist“, so Frese. Für eine weitere neu geschaffene Stelle muss das Auswahlverfahren derzeit
ebenfalls wiederholt werden, weil keine geeignete Kraft gefunden werden konnte. „Wir setzen alles daran, alle regulären Stellen schnellstmöglich zu besetzen – um die Kontrollen
noch besser und vollumfänglich durchführen zu können.“